Geschichtliches zum Mittelaltermarkt

Ein Mittelaltermarkt oder mittelalterlicher Markt bezeichnet heute eine Marktveranstaltung mit Volksfestcharakter in einem vom Mittelalter inspirierten Ambiente. Sowohl die Darsteller und Mitwirkenden als auch ein Teil der Besucher kleiden sich in fantasievolle oder mittelalterlich wirkende, ein geringerer Teil hingegen in präzise rekonstruierte Gewandungen.

Die auf diesen Märkten zum Verkauf angebotenen Artikel sind meist Kunsthandwerkswaren, aber auch Esoterikprodukte. Typische Waren sind z.B. Kräuter, Felle, Lederwaren, Keramik, Schmuck, Hieb- und Stichwaffen, Bögen und mittelalterinspirierte Kostüme. Auf einigen Veranstaltungen finden sich Anbieter von Repliken mittelalterlicher Artefakte. Kunsthandwerker, die das Schmiedehandwerk vorführen, sind zum Teil ebenso zu finden wie Glasbläser, die Glasperlen herstellen, Bordürenweber und Künstler, die aus Speckstein Töpfe und Skulpturen erstellen, wie ehemals die Wikinger.

Neben der Musik gibt es auch Darbietungen, die von Theater über Erzählungen bis zur Akrobatik, Schwertkämpfen und Feuerspucken reichen. Häufig ist auch ein Hofnarr anwesend, der Bettler darf auch nicht fehlen.

Auf einigen Märkten werden Nachbildungen von Einrichtungen der Justiz, meist der Niederen Gerichtsbarkeit, ausgestellt oder auch verkauft. Verbreitet sind vor allem die Holzversion des Prangers sowie die Halsgeige, denen man im Gegensatz zum im Mittelalter verbreiteten Schandpfahl und anderen Einrichtungen zur Vollstreckung einer Ehrenstrafe ihren Verwendungszweck am ehesten ansieht. Gelegentlich kommen diese Gegenstände an Darstellern im Rahmen eines Schauprozesses oder auch an Besuchern zum Einsatz. Seltener sind Nachbildungen von Gegenständen des Hochgerichts zu sehen, wie Richtbeile und -blöcke.

Auf vielen dieser Märkte hört man die Darsteller und auch manche der Besucher in einer sehr geschraubten Sprechweise reden. Floskeln wie Seyed gegrüsst oder Titel wie Edler Recke und Holde Maid sollen das Ambiente stärken. Auch eher lustig gemeinte Bezeichnungen als Umschreibungen für Artikel des modernen Lebens sind zu hören. So bezeichnet der Taschendrachen ein Feuerzeug, das Zeiteisen die Uhr und so manch einer kommuniziert mit dem Horchknochen (Handy). Auch wird der Franken regelmäßig als Taler oder Silberling, bzw. Gold- oder Silberrand bezeichnet.

Impressionen